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Forschung von Prof. Dr. Lidia Becker

Forschungs- und Lehrprofil

Zum Leitziel meiner Lehr- und Forschungstätigkeiten gehört eine sinnvolle Verbindung zwischen der konkreten Forschungspraxis und einem breiten Überblick über die zentralen Inhalte und Methoden der Hispanistik, Romanistik sowie der Allgemeinen Sprach­wissenschaft.

Spanien, Galicien, Argentinien, Mexiko, Québec, Hannover...

Der Schwerpunkt der Hispanistik an der Leibniz Universität Hannover liegt auf den transatlantischen Beziehungen zwischen dem Mutterland Spanien und den spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas. Im Fachgebiet Sprach- und Kulturwissenschaft schlägt sich diese thematische Ausrichtung in der Darstellung des Spanischen als ‚Zweitweltsprache‘ mit einer Vielzahl von regionalen Varietäten und spezifischen, historisch gewachsenen Sprach­ideologien und Spracheinstellungen nieder. Ein Einblick in die vergangenen und aktuellen Migrationswellen aus Spanien und Lateinamerika nach Deutschland zeigt darüber hinaus, dass hispanistische Feldforschung in Hannover durchaus möglich ist. In der Forschung liegt ein besonderes Augenmerk auf kleineren romanischen Sprachen und Sprachvarietäten wie Galicisch, Katalanisch, Quebecer Französisch, Korsisch, Okzitanisch, Friaulisch, Sardisch und Rumänisch.

Metasprachliche Laiendiskurse im Internet

Im World Wide Web finden sich zahlreiche Beispiele metasprachlicher Diskussionen, die jenseits der Experten-Linguistik im Alltag stattfinden. Forenbenutzer, Blogautoren und Online-Zeitungsleser tauschen sich über Fragen der Sprachnorm ('korrekt' oder 'falsch'?) und des Sprachstatus ('Sprache' oder 'Dialekt'?) aus, urteilen über die ästhetische Qualität sprachlicher Ausdrücke und ganzer Sprachen ('schön' oder 'hässlich'?) usw. Die beobachtende "Netnographie" bzw. Online-Feldforschung lässt große Bereiche der metasprachlichen Reflexion von Nicht-Linguisten erschließen, die vor wenigen Jahrzehnten fast ausschließlich durch Interviews und weitere teilnehmende Methoden gewonnen werden konnten.

Sprach- und Kulturwissenschaft, Wörter und Namen...

Die Sprachwissenschaft verstehe ich ausdrücklich als eine kulturwissenschaftliche Disziplin. Neben der sprecherzentrierten Soziolinguistik ermöglichen die Bereiche der Lexikologie und der Namenforschung Rückschlüsse auf kulturelle Praktiken, Mentalitäten und Kultur­geschichte.

Geburtsstunde der romanischen Sprachen...

Die Herausbildung der romanischen Sprachen aus dem Latein gehört zu den Kernfragen der Romanistik seit ihren Anfängen als wissenschaftliche Disziplin. Nachdem ich mich im Rahmen meiner Dissertation einem Aspekt der frühmittelalterlichen Sprach- und Kultur­geschichte der iberoromanischen Sprachen gewidmet habe, baue ich diesen Forschungs­schwerpunkt kontinuierlich aus. Diachrone Inhalte mit Erläuterungen zu den identitäts­stiftenden Prozessen der Romanisierung, Germanisierung, der islamischen Eroberung und der Reconquista in der Sprach- und Kulturgeschichte Spaniens bilden einen integralen Bestandteil meiner Lehrveranstaltungen.

Zum zeitgemäßen Lehren und Lernen gehören nach meinem Verständnis eine Abwechslung zwischen instruktiven und partizipativen Lehr- und Lernformen mit Schwer­punkt auf Gruppen- und Projektarbeit, auch in Vorlesungen, sowie der Einsatz neuer Medien (Prezi-Präsentationen, E-Assessment, Umgang mit Online-Datenbanken, kollaborativen Online-Wörterbüchern und Internet als Sprachkorpus) neben einer positiven Vermittlung wissen­schaftlicher Werte und Fachtraditionen, Offenheit und Flexibilität.

Forschungsschwerpunkte

  • Varietätenlinguistik
  • Glottopolitik
  • Laienlinguistik
  • Diskurslinguistik
  • Medienlinguistik
  • Migrationslinguistik
  • Lexikologie
  • Namenforschung
  • Sprachgeschichte (Frühmittelalter)
  • Sprachkontaktforschung
  • Sprach- und Kulturwissenschaft
  • Digital Humanities (Kollaboratives Schreiben und Book Sprints)

 Projekte

Monographie-Projekt Laienlinguistischer Diskurs über das Quebecer Französisch in der forenartigen Internetkommunikation

Handbuch Mittelalter und Renaissance in der Romania (MIRA), gefördert von der VolkswagenStiftung

Handbuch Manuel de linguistique populaire in der Reihe Manuals of Romance Linguistics

SpanierInnen in Hannover

Koordination des wissenschaftlichen Netzwerkes Mittelalter und Renaissance in der Romania (MIRA)

Mitherausgabe der Schriftenreihe Mittelalter und Renaissance in der Romania (MIRA) beim Peter Lang Verlag

Mitgliedschaften

Société de Linguistique Romane

Deutscher Romanistenverband

Romanistisches Kolloquium (Mitorganisation)

Societas Linguistica Europaea

ICOS (The International Council of Onomastic Sciences) (Vizepräsidentin, 2014 - 2017)

Nomen et Gens

Interdisziplinäres Netzwerk Mittelalter und Renaissance in der Romania (Gründerin und Koordinatorin)

Centre for Atlantic and Global Studies