• Zielgruppen
  • Suche
 

Literatur- und Kulturwissenschaft der romanischen Sprachen / Hispanistik

Graffiti

Das Lehrgebiet befasst sich mit romanischen, insbesondere spanischsprachigen, Literaturen und Kulturen. Eine kulturwissenschaftlich verstandene Literaturwissenschaft vermittelt neben philologischen und kulturwissenschaftlichen Konzepten auch medienwissenschaftliche Kompetenzen sowie Methodenkritik. Literatur kann also einerseits in einer philologischen Fachtradition als tradierte ästhetische Form gelten, andererseits können weiter gefasste Kulturbegriffe einen größeren Rahmen schaffen um literarische und kulturelle Produktionen historisch und kulturell zu verorten. 

Das Lehrgebiet nimmt beide Seiten des Atlantiks – die iberische Halbinsel sowie Lateinamerika und die Diasporagemeinschaften, beispielsweise in Nordamerika – vergleichend in den Blick. Es setzt klassische Kernthemen einer Literaturwissenschaft der iberischen Halbinsel, etwa die Epoche des spanischen Barockzeitalters um 1600, mit den vielfältigen iberoamerikanischen Literaturen und Kulturen in Bezug. Die Literaturen und Kulturen jenseits des Atlantiks entwickeln sich bis heute unter einzigartigen Vorzeichen, die ein Spannungsfeld zwischen europäischem Erbe und einer eigenen, unabhängigen Identität markieren. Prozesse in diesem konfliktreichen aber auch überaus produktiven Spannungsfeld lassen sich nicht nur im Laufe des 19. Jahrhunderts im Kontext der politischen Unabhängigkeiten iberoamerikanischer Staaten beobachten. Während des 20. Jahrhunderts erlebten die altbekannten Kategorien von Zentrum und Peripherie, Herrscher und Beherrschten, Nationalität und Zugehörigkeit radikale Infragestellungen und hintergründige Umwertungen. So debattieren heute die Literatur, aber auch visuelle Kulturen und Musik an der Grenze zwischen Mexiko und USA beispielhaft konfliktreiche Selbst- und Fremdverhältnisse. Diesen vielfältigen kulturellen und geographischen Räumen und ihren Verflechtungsgeschichten trägt der Ansatz des Lehrgebietes romanische Literatur- und Kulturwissenschaft Rechnung.

Eine enge Kooperation mit den Lehrgebieten romanische Sprachwissenschaft und Fachdidaktik des Romanischen Seminars Hannover ermöglicht den Studierenden eine integrative Perspektive auf die Hispanistik. Die Zusammenarbeit mit dem Englischen und Historischen Seminar bietet weiterhin eine transnationale Sicht auf die Gegenstände der Romanistik. Dies spiegelt sich in der Mitarbeit am Hannoveraner Master für Atlantische Studien wieder.

Im Bereich der Forschung legt die Literatur- und Kulturwissenschaft den Fokus auf die Verflechtung verschiedener Weltregionen: Europa, Iberoamerika und Karibik, sowie Afrika; Transatlantischen Studien und die Verflechtungsgeschichte zwischen den Amerikas und der Karibik, einerseits, sowie zwischen Europa (Spanien und Frankreich) und den Amerikas, bzw.  der Karibik, andererseits – von der Kolonialgeschichte bis in die Gegenwart. Die Inszenierung kultureller Dynamiken jenseits nationaler Grenzen, Migrations- und Diasporaliteraturen und ihre medialen Repräsentationen, Zirkulation von Wissen und kulturellen Praktiken, Repräsentation von Bürgerkriegs- und Gewalterfahrungen sind Themen, die in den genannten Räumen untersucht werden. Dabei spielen auch gattungstheoretische und narratologische Überlegungen eine wichtige Rolle.

Forschungsschwerpunkte: 

  • Literatur und Transkulturalität 
  • Gewalt, Ästhetik und Medien 
  • Zirkulation von Wissen und kulturellen Praktiken, insbesondere in der Karibik und ihrer Diaspora
  • Theorien der Repräsentation sowie gendertheoretische Fragestellungen zu Subjekt, Identität und Körper
  • Synkretismus, ästhetische Innovation und Identitätskonstruktionen in anglo-, franko-, und hispanokaribischen Literaturen
  • ästhetische, erzähltheoretische und inhaltliche Manifestationen des Fremdartigen in Texten des spanischen Barock

Die Forschung orientiert sich interdisziplinär im Verbund mit der Anglistik (besonders den Neuen Englischsprachigen Literaturen), den American Studies, der Geschichtswissenschaft (dort besonders die Lateinamerikageschichte) und der Soziologie. Das Lehrgebiet beteiligt sich aktiv am Forschungsschwerpunkt Transformation Studies, initiiert Aktivitäten im Rahman von SoCaRe – Gesellschaft für Karibikforschung e.V. und hat Kontakt zur Deutsch-Spanischen Gesellschaft Niedersachsen e.V..