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Vorträge

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Verena Heckmann

Auf dem Weg zur (komplexen) Lernaufgabe: Web 2.0 basierte Aufgaben im Spanischunterricht

Der Vortrag zeigt auf, wie Schüler/innen im Anfangsunterricht Spanisch Web 2.0-Werkzeuge nutzen, um im Rahmen der Lehrwerksarbeit (komplexe) Lernaufgaben kompetenzorientiert zu bearbeiten. Im Web 2.0 werden die Lernenden zu Medienproduzenten, sie verfolgen unterschiedliche Lösungswege und kommen zu individuellen Lernprodukten. Die Lernenden erstellen ihre schriftlichen und mündlichen Texte wie Poster, Wortwolken und Audiobeiträge direkt im Internet und können diese überarbeiten, speichern und der gesamten Lerngruppe präsentieren und online zur Verfügung stellen. Im Web 2.0 werden die Teilkompetenzen Schreiben und Sprechen trainiert und vertieft. Medienkompetenz wird integrativ berücksichtigt.

Peter Schlobinski

E-Learning 2.0. Einsatz von Web-Anwendungen im Deutschunterricht

Unter E-Learning werden auch Bezeichnungen wie blended learning oder mobile learning verstanden und damit verbunden sind neue Formen der Wissensaneignung und Kommunikation. Diese stellen neue Herausforderungen an den Deutschunterricht, die einerseits Chancen bieten, andererseits zu Abwehrreaktionen führen, die durch einen blinden Euphorismus geschürt werden. Im Vortrag werden die unterschiedlichen Positionen gegeneinander abgewogen und im Einzelnen drei Punkte behandelt:

  • Was genau ist E-Learning?
  • Welche Arten von E-Learning gibt es?
  • Konkrete Anwendungsbeispiele

Torben Schmidt

Fremdsprachenlernen in Web 2.0-Projekten – Aufgaben, Prozesse, Produkte, Perspektiven

Ob Vokabellern-Apps, Social Network Sites speziell für Fremdsprachenlernende, Weblogs für Online-Schreibprojekte, Online Games oder Animationstools für die Erstellung und Veröffentlichung eigener fremdsprachlicher Trickfilme – digitale Medien im Allgemeinen und Web 2.0-Anwendungen im Speziellen bieten vielfältige Möglichkeiten, fremdsprachliche Lehr- und Lernprozesse zu bereichern. Sie erleichtern Informations-, Kommunikations- und Kooperationsprozesse, unterstützen beim gezielten Trainieren sprachlicher Fertigkeiten und bieten zahlreiche Werkzeugfunktionen, z.B. für die Gestaltung kreativer multimedialer Lernertexte. Doch bei aller – von zahlreichen Praxisberichten getragenen – Euphorie neuartigen technologischen Entwicklungen gegenüber, wird der übergeordneten Frage nach geeigneten Themen und Inhalten, Merkmalen didaktisch sinnvoller, kompetenzorientierter Web 2.0-Lernaufgaben, möglichen Projektszenarien und Aspekten der Aufgabenbearbeitung durch die Lernenden bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel des Beitrags ist es, forschungsbasiert anhand von vier Web 2.0-Unterrichtsprojekten im Englischunterricht der gymnasialen Oberstufe typische Web 2-0-(Projekt-)Aufgabenstellungen, Prozesse der Aufgabenbearbeitung und Produkte zu analysieren und dabei der grundlegenden Frage nachzugehen, welche (neuen oder bewährten) Aufgabenformen nötig sind, um Fremdsprachenlernprozesse durch den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen inhaltlich und methodisch vielfältig, authentisch und kompetenzorientiert zu gestalten. Ein besonderer Fokus soll dabei auf die Analyse des moodle-basierten Blended Learning-Projekts „US Embassy School Election Project 2012“ gelegt werden, an dem deutschlandweit ca. 1500 Schülerinnen und Schüler aus 14 Bundesländern teilnahmen.

 

weitere Vorträge:

Dagmar Abendroth-Timmer / Katharina Wieland

Multimediale, mehrsprachige und interkulturelle Lernszenarien in Studium und Schule umsetzen: Ergebnisse aus einem deutsch-französischen Forschungsprojekt

In unserem Vortrag stellen wir ein Projekt vor, in dem Studierende der Humboldt Universität zu Berlin, der  Universität Siegen und der Université Sorbonne Nouvelle in einem multimedialen Lernverbund gearbeitet sowie Lernaufgaben entwickelt und im schulischen Kontext erprobt haben.
In einer ersten Phase des Projektes bearbeiteten die Studierenden die Themenkomplexe multiliteracies, Bildung/Kultur/Identität und Aufgabenorientierung. Für die zu erstellenden Synthesen lagen den Studierenden Texte auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vor. Die Tandems mussten sich über die zu verwendenden Sprachen verständigen und einen gemeinsamen Text verfassen. Hierzu arbeiteten sie mit moodle. Im zweiten Teil haben die Studierenden ihre Erfahrungen und ihr fachdidaktisches Wissen aus dem ersten Teil in die Praxis übertragen. In Gruppen erarbeiteten sie Lernaufgaben, die sich inhaltlich im Umfeld von Interkulturalität, Mehrsprachigkeit und Identitätskonstruktion bewegten. Weiterhin wurden Schüler/innen gewonnen, die in deutsch-französischen Tandems die Lernaufgaben bearbeiten sollten.
Zu Forschungszwecken wurden von den Studierenden Fragebögen bearbeitet. Hierin wurden sie nach ihrem Mediengebrauch im institutionellen und nicht-institutionellen Kontext, nach Erfahrungen mit ähnlichen Projekten und nach Überlegungen zur Umsetzbarkeit multimedialer und interkulturelle Lernszenarien im schulischen Kontext befragt. Im Vortrag stellen wir Effekte aufgabenorientierter multimedialer Lernszenarien für die Lehrerbildung und den schulischen Kontext dar. Neben der Befragung der Studierenden präsentieren wir Umsetzungsbeispiele aus der Praxis. Diese zeigen das Potenzial entsprechender Lernszenarien auf motivationale, interkulturelle und identitätsbildende Prozesse von angehenden Lehrkräften und Schüler/inne/n.

Regina Brautlacht / Csilla Ducrocq

Mit neuen Medien kommunizieren: Interkulturelle Kompetenzen durch gemeinsame Projektarbeit in englischer Sprache fördern

Studierende der Université Paris Sud und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nahmen an einem digitalen Projekt teil, in dem sie einen gemeinsamen Artikel in einem Blog publizierten. In Gruppen von je zwei französischen und je zwei deutschen Studierenden kommunizierten die Projektmitglieder mit synchronen und asynchronen Werkzeugen mit ihren Partnern (Facebook, WordPress Blog, WIMS e-learning Plattform, E-Mail und per Videokonferenz). Die Studierenden publizierten gemeinsam einen Artikel in englischer Sprache, in dem sie über französische und deutsche Attitüden zu einem selbstgewählten Thema berichteten. Hier wurde nicht nur englische Sprachkompetenz trainiert, sondern auch erste Erfahrungen in der internationalen Projektarbeit in realen Situationen geübt sowie mediendidaktisch und sprachlich begleitet. Bevor der Artikel in Englisch erschien, wurde er einem peer-review der Arbeitsgruppe unterzogen. Nach der Veröffentlichung im Blog kommentierten die Studierenden alle anderen Veröffentlichungen. Im September 2013 werden die ersten Forschungsergebnisse des Let’s Blog Projekts im Rahmen der Fachtagungen EUROCALL in Évora, Portugal und The Sixth International Conference of English as a Lingua Franca in Rom, Italien vorgestellt.

Lidia Cámara de la Fuente

Informal Learning of multi competences through TED OTP

The unstoppable increase of online collaborative software which supports on line audiovisual translation has strengthened the growth of a bastion of people who freely translate and subtitle multimedia content.
The impact of some global social media projects in informal language learning can inspire us to improve the teaching of second languages and intercultural skills.
Our presentation focuses on a specific case study: TED OTP1.
The TED2 project deals with accessibility in the sense of spreading knowledge without linguistic barriers, as is reflected in the motto of the project: ‘Ideas worth Spreading’. Although almost all the scientific TED Talks are published in English, a TED subproject, the Open Translation Project (hereinafter referred to as TED OTP), offers users worldwide the opportunity to subtitle the talks transcribed in English and published at TED into different languages.
For this purpose, TED OTP uses Amara 3, a free online service which allows the uploading, transcribing and subtitling of videos, as well as viewing the videos with overlaid subtitles prepared using the website.

The objective of this proposal is threefold.

  • To display the results obtained through an empirical study to identify key motivational factors leading OTP OTP volunteer translators.
  • To show the workflow by Amara
  • To identify the skills volunteers gain performing these tasks

1. Ted- OpenTranslationProject
2. Ted
3. Amara

Maria Eisenmann / Christian Ludwig

Surfing for Autonomy‘: Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Englischunterricht zur Förderung von Lernerautonomie

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen ist eine der Kompetenzerwartungen fremdsprachlicher Kern-Curricula. Die hiermit implizit geforderte Lernerautonomie ist jedoch nicht als reine Kompetenz, sondern vielmehr als ganzheitlicher didaktischer Ansatz zum erfolgreichen Sprachenlernen zu verstehen. Somit ist Lernerautonomie mehr als das ‚autonome‘ Anwenden einzelner Lern- und Arbeitstechniken, denn es sollte auch Lernziele und Inhalte sowie Leistungsmessung und Bewertung miteinbeziehen. Eine weitere Kompetenz, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erfahren hat, ist die der (digitalen) Medienkompetenz. Hierbei geht es neben allgemeineren Aspekten einer gesteigerten Mediennutzung vor allem um die Förderung der mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfähigkeit nicht zuletzt in interkulturellen Kontexten. All dies sind Ziele, die auch der didaktische Ansatz der Lernerautonomie verfolgt. Web 2.0-Anwendungen wie Webquests, Twitter, Blogs, aber auch E-Portfolios geben Lernern die Möglichkeit, in die Entwicklung der Aufgaben (tasks) und Projekte (projects) so einbezogen zu sein, dass sie befähigt werden, die Sprache aktiv in authentischen Lernkontexten zu nutzen. Des Weiteren bieten digitale Medien auch die Möglichkeit, die Lernergebnisse des zielsprachlichen Diskurses gemeinsam mit den Lernern zu bewerten. Hierbei hat sich gezeigt, dass E-Portfolios eine wirksame Alternative zu klassischen Lerntagebüchern und Portfolios darstellen, vor allem, um neben Dokumentation und Bewertung von Lernprozessen und Ergebnissen auch die Medienkompetenz der Lerner zu fördern. Abschließen wird der Vortrag mit einer kurzen Diskussion der Herausforderungen, vor die Lehrer und Lerner durch eine Förderung von Lernerautonomie mit Web 2.0-Tools gestellt werden.

Georg Fässler

Schulblogs im tabletgestützten Fremdsprachenunterricht

Tablets haben das Potential, die Bildungslandschaft zu verändern und besitzen insbesondere im Fremdsprachenunterricht großen Mehrwert. Schulblogs haben dabei als Open Classroom (Bölling) eine wichtige Funktion. Sie dienen als Schwarzes Brett, Dateiablage, Veröffentlichungsmöglichkeit und Forum:

H. sagte um 17:41:                  “The Mercedes Cup is a tennis cup in Stuttgart. It goes from
                                                              the 6 – 14 July.”
C. sagte um 18:54:                          „take place, nicht goes from“
M. sagte um 20:56:                        „Nice it’s very interesting“
L. sagte um 15:36:                           “The text is very well”

In diesem Beitrag soll der Einsatz von Tablets im Fremdsprachenunterricht von 7. und 8. Realschulklassen skizziert und die Rolle von Schulblogs dabei untersucht werden. Wie nutzen Lehrkräfte und Schüler den Blog? Welche Aufgabenstellungen werden vorzugsweise gewählt, wie wird die Kommentarfunktion von Schülern angenommen?  Worin besteht der Einfluss auf schulische Kommunikation?  Es soll ferner anhand ausgewählter Beispiele analysiert werden, inwieweit sich Schulblogs als pädagogische und fremdsprachendidaktische Plattform eignet, die differenzierte Aufgabenstellungen ermöglicht, asynchrone Lernergespräche anregt und auf der Lernertexte veröffentlicht und kommentiert werden.  Im Weblog als `open classroom´ wird so pädagogischer Alltag strukturiert, Medienkompetenz entwickelt und Textproduktion und Spracherwerb gefördert.

Gabriela Fellmann / Matthias Lübbers

Schulung von Sprechkompetenz mittels Web 2.0 – Anwendungen im Rahmen eines multilateralen COMENIUS-Projektes

Interkulturelle Begegnungen stellen eine der komplexesten Lernsituationen im Fremdsprachenunterricht dar, allerdings wird ein Mangel an aktueller Forschung zu Schülerbegegnungen und Austauschpraxis beklagt (vgl. Schäfer 2012: 31). Im Rahmen eines multilateralen Comenius-Projekts am Ratsgymnasium Peine arbeiten Schülerinnen und Schüler aus acht europäischen Ländern (Türkei, Italien, Deutschland, Griechenland, Portugal, Slowakei, Bulgarien und Spanien) ab September 2013 am Thema “Du weißt, was du im Gedächtnis trägst?“ – Auf den Spuren europäischer Sprachen, Kulturen und regionaler Erzählungen“. (FOLKLOR = Projektakronym zum englischen Titel). Ziel ist die Ermöglichung interkulturellen Lernens im europäischen Kontext sowie die Förderung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Während des Projekts sollen neben der thematisch orientierten Projektarbeit die zwei Aspekte „interkulturelle Begegnungen“ sowie „integrative Kompetenzschulung“ untersucht werden:
Eine verzahnte Kombination von virtueller und realer Begegnung im Comenius-Projekt erscheint sehr erfolgsversprechend. Medial vermittelte Begegnungen dienen hierbei u.a. der Vor- bzw. Nachbereitung von realen Begegnungen. Welche komplexen Aufgabenformate und Web 2.0-Anwendungen können für virtuelle Begegnungen und damit für die Vor- und Nachbereitung einer realen Begegnung genutzt werden? Geplant sind Web 2.0 basierte Anwendungen wie blogs, podcasts, wikis, skype.
Verbunden mit der Projektarbeit soll eine ausgewogene Schulung aller kommunikativen Teilkompetenzen sein. Allerdings wird ein besonderer Schwerpunkt im Bereich der Schulung der produktiven Fertigkeit Sprechen gelegt werden, um die beteiligten Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs für die mündliche Überprüfung der Teilkompetenz „Sprechen“ am Ende des Schuljahres vorzubereiten. Wie kann eine integrative Kompetenzschulung bei der Projektarbeit erfolgen, um insbesondere die Kompetenz Sprechen zu fördern? Was ist hierbei im Kontext Englisch als Lingua Franca zu bedenken?
Vorgestellt und diskutiert werden in dem Beitrag erste Erkenntnisse aus dem Beginn der gemeinsamen internationalen Arbeit. Eine Konkretisierung des Beitrags wird nach dem Einstieg in die Projektarbeit im Herbst/ Winter 2013 erfolgen können.

Ferran Ferrando

Mündliche Produktion und Interaktion im virtuellen Fremdsprachenunterricht

Im Rahmen ihres Gründungsziels, Fernstudien per Internet zu ermöglichen, werden an der Universitat Oberta de Catalunya (UOC) in Barcelona auch Sprachen virtuell unterrichtet. Seit 2008 üben die Studierenden alle Fertigkeiten, wobei der mündlichen Produktion, der einstigen Achillesferse des Onlineunterrichts, besondere Bedeutung zukommt. Von einem handlungsorientierten Ansatz ausgehend, hat die UOC zum einen Tools und Lernaufgaben entwickelt, die sowohl monologisches Sprechen als auch mündliche Interaktion in Kleingruppen ermöglichen. Dieses virtuelle Angebot zur Sprechpraxis wurde im Rahmen des EU-Projekts SpeakApps ausgebaut und bekannt gemacht. Zum anderen entstehen derzeit Onlineübungen und Videotutorials, die den spezifischen Ausspracheproblemen der spanischen Lerner begegnen wollen. Unter dem Titel “Spoken Communication: English/Spanish in Tandem” wird die UOC schließlich im September 2014 ein Massive Open Online Course (MOOC) als ergänzendes Angebot starten.

In dem Beitrag werden die Tools und Projekte vorgestellt, die unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Möglichkeiten und Grenzen auch den Präsenzunterricht sinnvoll ergänzen können.

Monika Floyd

FLIPPING THE CLASSROOM: Das Konzept und seine Einsatzmöglichkeiten im Fremdsprachenunterricht

„Flipped Teaching“, oder auf Deutsch gelegentlich “umgedrehter Unterricht“, bezeichnet eine Unterrichtsmethode,  in der web-basierte unterrichtsvorbereitende Videos als  Hausaufgabe gesetzt werden,  in denen  die Lernenden mit neuen Konzepten oder Inhalten vertraut gemacht werden. Im Unterricht werden die gezeigten Inhalte aktiv verarbeitet, problematisiert und in schüleraktivierenden  Formaten angewendet. (vgl. http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,2118298,00.html)
Die Vorteile dieser in den USA erprobten Methode, sehen die Initiatoren in der Tatsache, dass dadurch langatmige Erklärungen und Frontalunterricht aus dem Unterricht in den häuslichen Bereich verlagert werden und somit der Unterricht lernerzentrierter und interaktiver gestaltet werden kann.  Das Hausaufgaben-Video  kann zudem an individuelle Bedürfnisse angepasst werden: die Lerner können ihrem eigenen Tempo folgen, das Video stoppen, wiederholen und unterbrechen.
Beispiele für Flipped Teaching finden sich besonders für naturwissenschaftliche und einige gesellschaftswissenschaftliche Fächer: die von Salman Khan gegründete Khan-Academy bietet im Internet eine Fülle von Videos an, die sich großer Popularität erfreuen.
Wie aber könnte dieses Konzept im kommunikationsorientierten Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden? Welche Bereicherung stellen medien-animierte Hausaufgaben für die Live-Arbeitsphasen dar? Welche Möglichkeiten bietet dieser Ansatz für den CLIL Unterricht?
Der Beitrag zeigt einige Ansätze auf, wie Flipped Teaching und die Integration von digitalen Medien authentischen, lernerzentrierten und motivierenden Unterricht unterstützen können.

Marta García

Authentizität und Aufgaben 2.0: Möglichkeiten und Grenzen

Sei es definiert als ein realweltliches Produkt (Long & Crookes 1992: 44-5), als der Bezug zu realen Situationen und Sprachverhalten (Ellis 2003: 6), als die „engagierte“ Reaktion des Lernenden (Guariento & Marley 2001: 351) oder als das dem von Muttersprachlern ähnliche, tatsächliche Sprachverhalten der Lernenden (Ollivier & Puren 2011: 71), Authentizität ist ein zentrales Merkmal in jedem Aufgabenbegriff im Rahmen des Aufgabenorientierten Lernens. Dabei fragt sich Ellis (2003: 334), ob im Klassenzimmer jemals eine “full authenticity” erreichbar sei. Im gleichen Tenor weist Hallet darauf hin, dass es sich bei den komplexen Kompetenzaufgaben nur “im günstigen Fall um reale Interaktions- und Kommunikationssituationen“ handle (2011: 154).
Dem Web 2.0 wird in diesem Punkt ein großes Potential zugesprochen, weil es den Lernenden ermöglicht, nicht mehr als solche, sondern als „soziale Akteure“ am „großen digitalen Gespräch“ teilzunehmen (Herrera & Conejo 2009: 11). Rollen, Situationen und verwendete Sprache werden dadurch nicht mehr simuliert, sondern authentisch. Anhand der Analyse verschiedener Aufgaben 2.0 einerseits, die in den französischen und spanischen Lehrwerken (z.B. Gente, Version Originale) vorgeschlagen werden, und der in den Lernenden-Foren, wie http://20.versionoriginale.emdl.fr und http://www.babel-web.eu, veröffentlichten Beiträge anderseits, soll hier den Fragen nachgegangen werden, inwieweit diese Interaktionen als „authentisch“ bezeichnet werden dürfen, welche Grenzen diese Aufgaben aufweisen und welche Möglichkeiten sich für den schulischen Fremdsprachenunterricht dabei eröffnen. Nachfolgend wird eine eigene komplexe Aufgabe vorgeschlagen, die im Rahmen eines eTwinning-Kooperationsprojekts (http://www.etwinning.net) durchgeführt werden kann.

Quellen:

  • Ellis, R. (2003). Task-based language learning and teaching, Oxford: Oxford University Press.
  • Guariento, W. & Morley, J. (2001). Text and task authenticity in the EFL classroom. English Language Teaching Journal, 55 (4), 347−53.
  • Hallet, W. (2011). Lernen fördern: Englisch. Stuttgart: Klett-Kaltmeyer.
  • Herrera, F. & Conejo, E. (2009). Tareas 2.0: La dimensión digital en el aula de español como lengua extranjera. MarcoELE, 9. http://marcoele.com/tareas-2-0-la-dimension-digital-en-el-aula-de-espanol-lengua-extranjera/ [30.06.13].
  • Long, M.H. & Crookes, G. (1992). Three approaches to task-based syllabus design. TESOL Quarterly, 26 (1), 27-47.
  • Ollivier, C. & Puren, L. (2011). Le Web 2.0 en classe de langue. Paris: Maison des Langes.

Eva-Marie Großkurth / Leonie Wiemeyer

Förderung der mündlichen Sprachkompetenz im Web 2.0 – Das Werkzeug VoiceThread im Englischunterricht

Das Web 2.0 bietet durch seine Möglichkeiten zur Interaktion und zum Beisteuern eigener Inhalte besondere didaktische Chancen für die Verbesserung der Sprachkompetenz in der L2 im Rahmen aufgabenorientierter Unterrichtskonzepte (vgl. Biebighäuser/Zibelius/Schmidt 2012). Insbesondere Meinungsäußerungen in schriftlicher und mündlicher Form sind im Web 2.0 von großer Bedeutung und werden von Jugendlichen häufig in der Freizeit genutzt. Auf Plattformen und in sozialen Netzwerken können Kommentare abgegeben und Beiträge Anderer bewertet werden. Häufig wird für diese Kommentare Englisch als Lingua Franca verwendet. Dies muss jedoch nicht ausschließlich schriftlich geschehen; in sozialen Netzwerken, insbesondere bei YouTube, werden Kommentare auch in Form von Videos oder Podcasts verfasst.
Diese Entwicklung lässt sich auch im Fremdsprachenunterricht zur Verbesserung der Fertigkeit Sprechen nutzen. Neben Werkzeugen wie Wikis und Blogs, die in erster Linie für die schriftliche Sprachproduktion genutzt werden, existieren Tools, mithilfe derer die oft zu kurz kommende mündliche Sprachkompetenz gefördert werden kann. Neben der Förderung der Aussprache (vgl. z.B. Jahns/Schröter 2012) können mit Tools wie VoiceThread in komplexen Kompetenzaufgaben gleichzeitig gezielt bestimmte sprachliche Mittel, beispielsweise zur Darstellung von Meinungen, Vermutungen oder wertenden Aussagen, geübt werden.
Der geplante Beitrag erläutert einen Ansatz zur Förderung der mündlichen Sprachkompetenz mit Web 2.0-Werkzeugen in komplexen Kompetenzaufgaben, die zur Entwicklung der fremdsprachlichen Handlungskompetenzen beitragen und somit eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in der Fremdsprache ermöglichen (vgl. Hallet 2012). Dieser wird anhand des Webtools VoiceThread veranschaulicht, mit dem die Lerner Audiokommentare in Reaktion auf Online-Inhalte aufzeichnen können. Die Besonderheit dieses Werkzeugs gegenüber Podcasts oder Voicechats ist die Möglichkeit, auf andere Beiträge zu reagieren und so eine Art „Gespräch“ zu führen. Durch von der Lehrkraft bereitgestellte kontroverse Videos, Bilder oder Zitate sind die Lerner dazu aufgefordert, sich kritisch mit einem strittigen Thema auseinanderzusetzen und ihre Meinung dazu mündlich wiederzugeben. Das Produkt kann sowohl spontane Äußerungen als auch vorbereitete Kommentare enthalten. VoiceThread ermöglicht es, Audioaufnahmen direkt auf der Website zu erstellen, diese mit Kommentaren, Fotos oder Videos zu verknüpfen und zu veröffentlichen. Das Unterrichtsszenario verfolgt das Ziel, eine Routine im Sprechen in der Fremdsprache zu fördern, vorhandene Sprachängste abzubauen und zu einer selbstverständlicheren Nutzung der Fremdsprache beizutragen. Unter Einbezug der gerade bei fortgeschrittenen Lernern häufig bereits erfolgende Verwendung des Englischen in sozialen Netzwerken kann innerhalb einer solchen Aufgabe zudem die kritische Reaktion auf (Web-)Inhalte in der Lingua Franca direkt im Web 2.0 geübt werden.

  • Biebighäuser, Katrin/Zibelius, Marja/Schmidt, Torben (2012): „Aufgaben 2.0 – Aufgabenorientierung beim Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien.“ In: Biebighäuser, Katrin/Marja Zibelius/Schmidt, Torben (Hrsg.): Aufgaben 2.0 – Konzepte, Materialien und Methoden für das Fremdsprachenlehren und -lernen mit digitalen Medien. Tübingen: Narr. 11-56.
  • Brunvand, S./Byrd, S. (2011): „Using VoiceThread to promote learning engagement and success for all students.“ In: Teaching Exceptional Children 43 (4), 28-37.
  • Bush, L. 2009, March: „Viva VoiceThread: Integrating a Web 2.0 tool in the additional language classroom.“ In: Society for Information Technology & Teacher Education International Conference 1, 3247-3250.
  • Hallet, Wolfgang (2012): „Die komplexe Kompetenzaufgabe. Fremdsprachige Diskursfähigkeit als kulturelle Teilhabe und Unterrichtspraxis“. In: Hallet, Wolfgang (Hrsg.): Kompetenzaufgaben im Englischunterricht. Grundlagen und Unterrichtsbeispiele. Seelze: Kallmeyer. 8-19.
  • Jahns, Silke/Schröter, Anne (2012): „Förderung der Aussprachekompetenz in DaF und EFL in Web 2.0-Lernumgebungen“. In: Biebighäuser, Katrin/Marja Zibelius/Schmidt, Torben (Hrsg.): Aufgaben 2.0 – Konzepte, Materialien und Methoden für das Fremdsprachenlehren und -lernen mit digitalen Medien. Tübingen: Narr. 167-189.
  • Unger, Tobias (2012): „Digitale Technologien und Medien im kompetenzorientierten Englischunterricht“. In: In: Hallet, Wolfgang (Hrsg.): Kompetenzaufgaben im Englischunterricht. Grundlagen und Unterrichtsbeispiele. Seelze: Kallmeyer. 56-67.
  • Smith, J., & Dobson, E. (2009): „Beyond the book: Using VoiceThread in language arts instruction.“ In: World Conference on E-Learning in Corporate, Government, Healthcare, and Higher Education 1, 712-715.

Ines Maria Hauf de Quintero / Miriam Ivan

No nos vamos, nos echan“ – jóvenes españoles buscando su futuro en Alemania. Ein Vorschlag zur integrierten Nutzung digitaler Medien in kompetenz- und aufgabenorientierten Unterrichtsszenarien

Digitale Medien bzw. Web 2.0-Anwendungen haben Einzug in alle Lebensbereiche gehalten, spielen in der Jugendkultur eine wichtige Rolle und sind nicht nur als Unterrichtsmedium, sondern auch in ihrer Rolle als digitale Kultur- und Bildungsräume ein bedeutender Gesichtspunkt pädagogischer Reflexion.
Das methodisch-didaktische Konzept der komplexen Kompetenzaufgabe nach Hallet ist in besonderer Weise geeignet durch eine Verschränkung mit gängigen medienpädagogischen Konzepten, die integrierte Nutzung digitaler Medien oder von Web 2.0-Anwendungen theoretisch abzustützen.
Ein Praxisbeispiel, das interkulturelles und globales Lernen mit dem Web 2.0 verbindet und die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und die mit ihr verbundene Migrationsthematik angesichts aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen in den Fokus stellt, illustriert das didaktische Potenzial der Bündelung dieser beiden Tendenzen der aktuellen Fremdsprachendidaktik.

Susanne Heinz

Digital Storytelling im kompetenzorientierten Englischunterricht in der Unter- und Mittelstufe

Digital Storytelling wird zunehmend als Aufgabenform für selbstbestimmtes und mobiles Lernen im Unterricht entdeckt, durch die sprachliche Kompetenzen, Medienkompetenz, Kollaboration, Interaktion, Interkulturelles Lernen und Kreativität gefördert werden können (vgl. u.a. Ohler 2008, Frazel 2010). Der Beitrag stellt zunächst die einzelnen Phasen des Schreibprozesses dar, die beim Verfassen digitaler Geschichten durchlaufen werden (Heinz 2012) und erläutert, welche Kompetenzen im  Fremdsprachenunterricht durch digital storytelling entwickelt werden können. Hieran anschließend wird diskutiert, inwiefern sich digitale Geschichten besonders gut als Lernaufgaben (vgl. / Müller-Hartmann/ Schocker-von Ditfurth 2011, Hallet/ Krämer 2012) für den Fremdsprachenunterricht der Unter- und Mittelstufe eignen. An Unterrichtseinheiten in den Klassen 5 / 6  und Klasse 9 für den Englischunterricht wird vorgestellt, welche Kompetenzziele angestrebt werden können. Die Unterrichtseinheiten wurden im Wintersemester 2013 / 2014 mit Lehramtsstudierenden im Rahmen des Hauptseminars „Fostering Literacies in the EFL-Classroom: Storytelling, Digital Storytelling and Mobile Learning Scenarios“ an der Universität Augsburg konzipiert, in einzelnen Klassen erprobt und durch einen Schülerfragebogen im Hinblick auf die geförderten Kompetenzen zu Beginn und Ende der Einheit empirisch ausgewertet.

  • Frazel, Midge (2010): Digital Storytelling Guide for Educators. Washington, DC: ISTE
  • Hallet, Wolfgang Hallet / Krämer, Ulrich (Hg.) (2012): Kompetenzaufgaben im Englischunterricht: Grundlagen und Unterrichtsbeispiele. Seelze: Kallmeyer.
  • Heinz, Susanne (2012): Digitales Storytelling. In: PRAXIS Fremdsprachenunterricht 6/2012, 5–7.
  • Müller-Hartmann, Andreas/ Schocker-von Ditfurth, Marita (2011): Teaching English. Task-Supported Language Learning. Paderborn: Schöningh.
  • Ohler, Jason (2008): Digital Storytelling in the Classroom. Thousand Oaks, CA: Corwin Press.

Roger Dale Jones

Informal learning in online gaming: Implications and considerations for complex task development in the English as a foreign language classroom  

Today, many students spend their after-school free time in online game-worlds like World of Warcraft (WoW) and engage in online fan practices like video game fan-fiction. Despite many prejudices against these types of informal practices, research suggests they actually foster competencies (like multimodal, technological, informational, and social, etc. “literacies”) relevant for life, work and politics in the 21st century. And since the English language plays an important role in gaming culture, online gaming practices constitute an authentic setting of foreign language discourse and learning that EFL classrooms should connect to. Yet, informal online gaming practices differ markedly from formal learning in schools, raising three questions (and challenges) that complex tasks for EFL need to address: First, which competencies inherent in online gaming practices are best suited for complex task development? Second, which interactional processes (fans<->knowledge<->other fans) of online gaming practices can inform the work process of complex task completion, both online and off? Finally, how can complex tasks connect the meaningful and relevant life-world discourses of students to the (foreign language) discourses of their informal online gaming practices?
In this media-didactic colloquium, I will address these questions by examining one particular online game, WoW, and an affiliated fan-fiction website, and explore how online gaming practices in general can inform complex task creation in the EFL classroom.  

Michael Jordan

Brauchwiki macht Schule
Der Wikieinsatz in einer fächerverbindenden Projektarbeit

Beim Brauchwiki handelt es sich um ein Wiki zum Themenbereich „Bräuche und Feste“. Das Wiki ist öffentlich zugänglich (www.brauchwiki.de). Darüber hinaus finden die Webseiten an der Universität Augsburg Verwendung in Lehrveranstaltungen der Europäischen Ethnologie/ Volkskunde sowie dem Medienlabor [hier vor allem im Bereich Lehramt (modularisiert) an Grund- und Mittelschulen im Rahmen des Studiums der Erziehungswissenschaften].
Zwei passwortgeschützte Versionen des Wikis werden außerdem in der Projektarbeit/ Projektpräsentation (9. Jahrgangsstufe) an Realschulen in Schwaben (Bayern) eingesetzt. In einem Lehrerwiki (brauchwiki Didaktik) dokumentieren die am Projekt beteiligten Lehrkräfte ihre didaktischen Planungen und tauschen sich über ihre Erfahrungen bezüglich des Einsatzes eines Schülerwikis (brauchwiki macht Schule), in welchem die Schülerinnen und Schüler ihre Rechercheergebnisse in Form von Wikiartikeln zum Themenbereich festhalten, aus.
Der Einsatz der Wikis ist eingebettet in ein Forschungsvorhaben, das von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Medienlabors der Universität Augsburg wissenschaftlich begleitet wird. Am Projekt nehmen im ersten Projektjahr (Projektlaufzeit Schuljahre 2012/13 und 2013/14) sechs Projektschulen teil. Das Vorhaben ist fächerverbindend konzipiert. An den Projektschulen gibt es in diesem Rahmen zumeist Leitfächer, die für die Konzeption und Durchführung der Projektarbeit zuständig sind (z.B. das Fach Deutsch oder das Fach Informationstechnologie). Unterstützung erhalten die Fachkolleginnen und Fachkollegen dann von Lehrkräften der anderen Fächer wie z.B. Mathematik, Physik, Chemie sowie Englisch oder Französisch, die die Betreuung einzelner Fachthemen (z.B. Cheese Rolling, Guy Fawkes oder Qui apporte les oeufs? Pâques en France) übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler begeben sich bei der Bearbeitung der einzelnen Themen in Kleingruppen, um so die Hintergründe eines Brauches oder Festes zu recherchieren und zu dokumentieren. Dazu führen sie auch Interviews mit den Brauchhandelnden. Neben landeskundlichen Aspekten beschäftigen sich die Jugendlichen hier vor allem mit sprachlichen und kulturellen Phänomenen. Im Anschluss an die Durchführung der Projektarbeit präsentieren die Lernenden dann ihre Ergebnisse vor einem ausgewählten Publikum.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen im brauchwiki macht Schule nicht nur kollaborativ Texte. Vielmehr werden sie von den Lehrkräften dazu angehalten, die jeweiligen Artikel der Mitschülerinnen und Mitschüler zu kommentieren und diese durch ihr peer-feed-back zu verbessern.
Über die Schulgrenze hinaus entwickeln die am Projekt beteiligten Lehrkräfte innovative und internetgestützte Unterrichtsideen zum Einsatz des brauchwiki macht Schule, die sie nicht nur in der Praxis erproben, sondern auch im Lehrerwiki festhalten und diskutieren. In diesem Zusammenhang setzen die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer vor allem auf die Erprobung problemorientierter Aufgaben mit dem Schwerpunkt auf der Stärkung von Fach-, Sozial-, Personal- und Methodenkompetenzen auf Seiten der Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des Wikieinsatzes. Gleichzeitig ereignet sich durch den Einsatz des brauchwiki Didaktik auch auf Seiten der Lehrkräfte der Aufbau bzw. Ausbau der aufgeführten Kompetenzen. Nicht zuletzt findet in der Projektarbeit interkulturelles sowie globales Lernen mit dem Web 2.0 statt.

Michael Krause

Online-Lerngemeinschaften im Fremdsprachenunterricht – Ein filmdidaktisches Szenario zur Online-Kollaboration mit der Portfolio-und PLE-Plattform MAHARA

Die Plattform Mahara wird bereits an vielen Universitäten für die Arbeit mit Portfolios, etwa in der Lehrerbildung, genutzt. Aufgrund ihrer lernerInnenzentrierten Struktur und Social Software-Funktionen, die in den letzten Jahren ausgebaut wurden, eignet sich Mahara aber auch für kollaborative Online-Szenarien mit einem hohen Grad an Selbststeuerung. Folgende didaktische Möglichkeiten zeichnen Mahara dabei gegenüber den kurs- und lehrerzentrierten E-Learning-Plattformen wie Moodle, Ilias oder Blackboard aus:

  • selbständiges Gründen von Arbeitsgruppen mit anderen KommilitonInnen
  • persönliche Dateiverwaltung mit Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit an Dateien (Materialien, Recherche, Arbeitsdokumente etc.) in den Online-Arbeitsgruppen
  • selbstständiges Publiziervon Arbeitsergebnissen auf plattform-internen Webseiten
  • Werkzeuge zur synchronen und asynchronen Kommunikation: neben synchronen sind persönliche, gruppenbezogene und kursbezogene Blogs zur asynchronen Kommunikation möglich.

Mit Blick auf die Förderung von Handlungsorientierung ermöglichen diese Charakteristika neue Szenarien mit komplexen Kompetenzaufgaben im Fremdsprachenunterricht. Gerade in diesen didaktischen Einsatzfeldern bietet Mahara im Sinne eines Personal Learning Environments (Atwell 2007), kurz PLE, viele Potenziale für eine handlungsorientierte Fremdsprachendidaktik.
Durch ein hohes Maß an Flexibilität in der Kommunikation und Präsentation von Arbeitsergebnissen werden Lernende in Gruppenarbeitsszenarien zu Online-Lerngemeinschaften im Sinne von Communities of Practice (Lave, Wenger 1991) bzw. Mediencommunities (Buchem, Schmitz 2010). Dies ist sowohl für den Erwerb fachdidaktischer Kompetenzen relevant als auch im Hinblick auf die Dimension einer digital literacy, die eng verknüpft ist mit neuen Arbeits- und Lernkulturen in ortsunabhängigen Online-Teams. Am Beispiel eines interkulturellen, filmdidaktischen Unterrichtsszenarios für die Sekundarstufe II diskutiert der hier skizzierte Beitrag didaktische Potenziale sowie Grenzen der Arbeit mit Mahara als PLE, in der komplexe Kompetenzaufgaben für die Fremdsprachendidaktik in einer passwortgeschützten Web 2.0-Bildungsplattform möglich sind.

Anieska Mayea von Rimscha

Literatur 2.0 im modernen Spanischunterricht

Für viele Leser bedeutet Literatur immer noch in einem Buch zu blättern. Der Genuss des Lesens hat viel mit dem haptischen Erlebnis eines gedruckten Buchs zu tun. Dennoch bieten die neuen Medien in literarischer Hinsicht viele Möglichkeiten: Man spricht von Literatur 2.0 – darunter versteht man die Verbreitung elektronischer Literatur, die Vereinfachung der Wege zur Publizierung eigener Werke im Netz, neue Medien wie E-Books. Soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Tuenti dienen dazu, Selbstgeschriebenes zu präsentieren und Feedback von anderen Benutzern zu bekommen. Von Hypertext-Romanen bis zur Online-Buchhandlung wie z.B. Amazon: Internet ist zu einem wichtigen komplexen Werkzeug geworden. Davon profitieren heute alle, deren Umgang mit dem Web 2.0 Alltag geworden ist, sei es rezeptiv oder produktiv.
Unter besonderer Berücksichtigung literarischer Kompetenzen thematisiert der vorliegende Beitrag Möglichkeiten der praktischen Verwendung von öffentlichen Netzwerken und Blogs im Spanischunterricht anhand von besonders signifikanten Formen von Online-Literatur und authentischen Materialien (z. B. Antonio Muñoz Molina Blogs „Escrito en un instante“ antoniomuñozmolina.es/category/blog-lectores/, Página web oficial Mario Vargas Llosa http://www.mvargasllosa.com/menubn.htm, Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes http://www.cervantesvirtual.com/). Für Studierende bietet sich die einmalige Möglichkeit, direkt mit Autoren in Kontakt zu treten, bei der Produktion von literarischen Texten mitzuwirken und sogar eigene Werke zu schaffen.

 Thorsten  Merse

Online-Medien und Web 2.0: Was müssen angehende Lehrkräfte können und was kann die universitäre Praxis der Lehrerbildung leisten?

Vom Einsatz online-basierter Medien im Klassenzimmer geht eine hohe Innovations­kraft für den Fremdsprachenunterricht aus, wenn sie mit wichtigen fachdidaktischen Leitideen wie der Kompetenzorientierung, dem interkulturellen, globalen und lite­rarischen Lernen und der Aufgabenentwicklung sinnvoll verbunden werden. Dass Online-Medien verstärkt eingesetzt werden sollen bzw. häufig schon eingesetzt werden, ist dabei nahezu unbestritten. Die Beantwortung der Frage, wie Online-Medien im Unterricht eingesetzt werden können, gestaltet sich indes schwieriger. Ein wesentlicher Faktor des erfolgreichen Einsatzes von Online-Medien im Fremdsprachenunterricht liegt daher in der Medienkompetenz der Lehrkräfte selbst begründet, denn das Potenzial von Online-Medien kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn Lehrkräfte Sicherheit sowohl im allgemeinen als auch im didaktisch-methodischen Umgang mit ihnen gewinnen. Die Verantwortung der universitären Lehrerbildung liegt daher in der Aufgabe, angehende Lehrkräfte für diese neuen Herausforderungen zu sensibilisieren und sie auf den unterrichtlichen Einsatz von Online-Medien vorzubereiten. Dieser Vortrag reflektiert somit Ansätze und Ergebnisse aus der universitären Praxis der Lehrerbildung und stellt ein Modell vor, wie Lehramtsstudierende nicht nur auf theoretischer, sondern auch auf praktisch-handlungsorientierter Ebene aktiv selbst diejenigen Kompetenzen erwerben können, die für einen fremdsprachendidaktisch klugen Umgang mit Online-Medien nötig sind.

 Ulf Mühlhausen

Didaktische Grundbegriffe erfahrungsbezogen erschließen und überprüfen: Die webbasierte Unterrichtsanalyse

Eine ertragreiche Reflexion und Analyse von Unterricht setzt das Denken in didaktischen Kategorien voraus. Angehenden Lehrerinnen und Lehrern erscheinen solche Kategorien oft sperrig, wenn sie bloß anhand von geschilderten Unterrichtsbeispielen erläutert werden und nicht auf konkrete Unterrichtserfahrungen bezogen werden können. Bei der webbasierten Unterrichtsanalyse erfolgt die Vermittlung didaktischer Kategorien dagegen anhand videografierter Unterrichtsszenen. Jeweils eine kurze Videoszene (i.d.R. einschließlich Wortprotokoll) ist in Hinblick auf genau einen didaktischen Aspekt zu untersuchen (z.B. Einstiege; Arbeitsaufträge; Gesprächsführung; Lehrziele; Gruppenarbeit; Auswertungsgespräche). Anhand vorgegebener Fragen ist zu prüfen, in welcher Weise der jeweilige Aspekt in der Szene bedeutsam ist bzw. berücksichtigt wird.

WBA-Übungen können auf allen neueren PCs/Notebooks/Tablets mit flash-fähigem Internetbrowser absolviert werden. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach WBA-Übung und Vorkenntnissen ca. 60 bis 120 Minuten. Der zu bearbeitende Aspekt sollte zuvor im Seminar behandelt werden. Alternativ (bzw. ergänzend) kann zu jedem Thema ein kurzer Einführungstext als PDF-Datei aus dem Netz aufgerufen werden.

WBA-Übungen sind veranstaltungsbegleitend einsetzbar, die meisten eignen sich auch zur Bearbeitung zu zweit oder zu dritt. Absolventen erhalten ihre Antworten per E-mail und können sie dann mit kommentierten Ergebnissen vergleichen (jeweils mit plausibel begründeten und stimmig belegten, weniger gut nachvollziehbaren sowie eindeutig falschen Antworten). Dozent/inn/en, die in der Lehrerbildung tätig sind, erhalten die Möglichkeit, die Antworten ihrer Seminarteilnehmer/innen nach einmaliger Registrierung vom HANUB-Server abzurufen. Dazu erhalten sie eine Kennung, die ihre Seminarteilnehmer bei der Bearbeitung einer WBA-Übung eintragen. Diese Kennung stellt sicher, dass Dritte diese Antworten nicht abrufen können.

Falls in einer Ausbildungseinrichtung die Voraussetzungen gegeben sind, können die WBA-Übungen von der DVD auf einen Server kopiert und dann von Seminarteilnehmern über ein INTRA-NET, das zum Abspielen der Videos geeignet ist, auf ihren lokalen Geräten (PCs, Notebooks oder Tablets) abgerufen werden.

Konzipiert sind  WBA-Übungen für Studierende in einem frühen Ausbildungsabschnitt der I. Phase und für Quereinsteiger in die II. Phase mit nur wenigen didaktischen Grundkenntnisse. Das im deutschsprachigen Raum bislang einzigartige Konzept einer Unterrichtsanalyse am PC ermöglicht eine Durchführung auch mit großen Teilnehmerzahlen. Entwickelt wurden die ersten WBA-Übungen 2002 als Vertiefungsaufgaben zu einer Vorlesung mit mehreren hundert Teilnehmern. Die Sammlung an WBA-Übungen wird ständig erweitert und thematisch ausdifferenziert, auch in Kooperation mit anderen Ausbildungsstandorten der I. und II. Phase.

 

Im Workshop wird das WBA-Konzept vorgestellt und es wird erläutert, wie Dozent/inn/en mit den Antworten ihrer Seminarteilnehmer im Rahmen von Veranstaltungen arbeiten können. An Antwortbeispielen werden mehrere Vorzüge dieser Art der Erarbeitung von und Auseinandersetzung mit didaktischen Begriffen demonstriert.

  • Mühlhausen, Ulf: „Über Unterrichtsqualität ins Gespräch kommen - Szenarien für eine Virtuelle Hospitation mit multimedialen Unterrichtsdokumenten und Eigenvideos.“ Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2011.
  • Mühlhausen, Ulf: „Mit multimedialen Unterrichtsdokumenten und Eigenvideos dem Theorie-Praxis-Dilemma der Lehrerbildung entgegenwirken.“ In: Gabriele Blell & Christine Lütge (Hrsg.) Fremdsprachendidaktik und Lehrerbildung: Konzepte, Impulse, Perspektiven (Festschrift für Rita Kupetz). Lit Verlag Münster 2012, 155-170.
  • Mühlhausen, Jan & Mühlhausen, Ulf: „Unterrichtsanalyse online - Didaktische Kategorien mit angereicherten Unterrichtsvideos erschließen und überprüfen.“ Begleit-DVD mit 60 Web-basierten Übungen zur Unterrichtsanalyse. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2012.

Mariarosa Pellicer Palacín

Schlüsselkompetenzen und Sprachenlernen: Anwendung von Wikis im Sinne eines interdisziplinären, projekt-und kompetenzorientierten Unterrichts

Beim Lehren und Lernen sollten wir heutzutage nicht aus dem Blickfeld verlieren, dass die aktuelle Welt von uns die Beherrschung zahlreicher Kompetenzen erfordert, wenn wir uns darin adäquat bewegen möchten. Wir leben in einem globalen, von Technologie geprägten Zeitalter, dessen Veränderungen, sowohl der technologischen als auch der wirtschaftlichen und soziopolitischen Prozesse, uns pausenlos überraschen.

Besonders Sprachkurse bieten uns zahlreiche Möglichkeiten für die Entwicklung der  Schlüsselkompetenzen, die die Studierenden – und die Lernenden im Allgemeinen – brauchen, um die erwähnten Prozesse bewältigen zu können und deren Hintergründe besser zu verstehen. Wir sehen diese Verantwortung nicht nur als eine didaktische und pädagogische Angelegenheit, sondern auch als eine Frage von Zeit- und Ressourcenersparnis. 

Ebenso wie wir die Integration von Inhalten in allen Lernbereichen offen verteidigen – denn wir betrachten den Wissenserwerb in streng getrennten Fachgebieten als nicht mehr zeitgemäß – wenden wir dieses Prinzip auch beim Erwerb von Schlüsselkompetenzen an, indem wir für die gleichzeitige Integration verschiedener Schlüsselkompetenzen beim Wissenserwerb plädieren.

Andererseits sollte der Fremdsprachenunterricht nicht vom Wege eines aufgabenorientierten Ansatzes abweichen, aber dies allein reicht unseres Erachtens nicht. Vielmehr muss sich das Lehren und Lernen von Fremdsprachen von und mit einer aufgabenorientierten Basis zu einem interdisziplinären, projektorientierten und kompetenzorientierten Ansatz weiterentwickeln.

Die Anwendung von Wikis im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts bietet uns die Gelegenheit, diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen. Wir werden uns mit den Möglichkeiten dieser Werkzeuge beschäftigen und einige authentische Anwendungsbeispiele im Spanischunterricht für Anfänger ansehen.

Mit Wikis können die Lernenden – unter anderem – Kompetenzen wie Teamarbeit, Kritik, Reflexion über Sprache und Kultur und über den eigenen Erwerbsprozess üben, weiter können sie auch verschiedene Bereiche der Medienkompetenz wie praktische Anwendung von Werkzeugen des Web 2.0, Schutz der Privatsphäre und Respekt des Urheberrechts praktizieren.

Kristina Peuschel

Die Kompetenz mündlich und öffentlich zu präsentieren – Die Eigenproduktion von Podcasts durch Lernende als komplexe Kompetenzaufgabe

Der Beitrag geht im theoretischen Teil der Frage nach, welche konzeptuellen Überscheidungen komplexe Kompetenzaufgaben und Projekte haben. Es werden Überlegungen dazu angestellt, inwieweit neue Begriffe anhand bekannter didaktischmethodischer Formate komplexen problemlösenden Handelns geschärft werden können. Die Durchführung von Fremdsprachenlernprojekten bietet sich hier als Folie an, auf der diese konzeptuelle Diskussion geführt werden kann. Ein Fremdsprachenlernprojekt ist eine in Phasen strukturierte, zeitlich begrenzte Lernform, die an der Erstellung fremdsprachlicher Produkt(ion)e(n) orientiert ist. Sie verbindet die Eigentätigkeit der Lernenden, die Wissenskonstruktion und das Handeln im fremdsprachigen Feld zwischen institutionalisiertem Lernen sowie Lern-und Kommunikationsgelegenheiten außerhalb von Institutionen. Ziel eines Fremdsprachenlernprojekts ist es, fremdsprachliches Handeln herauszufordern, Handlungsmöglichkeiten anzubieten und diese mit Hinblick auf die fremdsprachigen Projektprodukt(ion)e(n) zu füllen. Dabei wird mit der Organisation und Durchführung des Projekts die aktive Teilhabe an der Zielsprachengesellschaft ermöglicht. (Peuschel 2012: 21)

In einem zweiten Teil wird gezeigt, wie das Erstellen eines Podcasts durch Deutschlernende einem standardisierbaren Ablauf folgt, der sich in komplexe Handlungen gliedert, Fertigkeiten übergreifend und diese integrierend wirkt und mit einem weltweit zu hörenden Produkt die mündliche Präsentationskompetenz der Lernenden stärkt. Anschließend wird „eine digitale mündliche öffentliche Präsentation (Podcast) erstellen“ als komplexe Kompetenzaufgabe für verschiedene Kompetenzstufen erarbeitet. Mit dem Beitrag werden aktuelle Entwicklungen aus der empirischen mediendidaktischen Forschung für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache vorgestellt, die die Potentiale des Web2.0 für gesellschaftliche Teilhabe mit dem individualisierten Training fremdsprachlicher Kompetenzen verbinden.

Literatur des Abstracts:

  • Peuschel, Kristina (2012) Sprachliche Tätigkeit und Fremdsprachenlernprojekte –Fremdsprachliches Handeln und gesellschaftliche Teilhabe in radiodaf-Projekten. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Fiona Poorman

Das Threaded-Online-Discussionforum als kompetenzkombinierende Methode im Fremdsprachenunterricht

Die ideale Lernumgebung für das Fremdsprachenlernen ist in der fremdsprachigen Kultur selbst zu finden, denn zum Akquirieren der Sprache sollte sich der Lerner an der nativen, fremdsprachlichen Umwelt orientieren und idealerweise hierfür auf einen Austausch mit unterschiedlichen Personen der Zielsprache zurückgreifen können, um sich neben der Sprachkompetenz auch eine notwendige interkulturelle und fremdsprachige Handlungsfähigkeit aneignen zu können. Das traditionelle Klassenzimmer kann eine solche Lernumgebung nur schwer nachahmen – umso wichtiger ist die Entwicklung neuer Unterrichtsmodelle, welche die natürlichen, fremdsprachlichen Bedingungen (zumindest teilweise) simulieren. In diesem Zusammenhang spielt das Web 2.0 eine zunehmend essentielle Rolle: zum Beispiel kann durch Blended-­Learning, ergänzend zum Unterricht, eine realitätsnahe Situation simuliert und die Lernaufgaben handlungsorientiert gestellt werden. Verdeutlicht werden soll dies an der Analyse der Ergebnisse eines im Sommersemester 2013 an Yale University durchgeführten Austauschprojektes zwischen zwei Kursen (DaF und EFL), in denen ein Threaded-Online-Discussionforum zur Anwendung kam. Die Studierenden beider Sprachen hatten 15 Wochen lang die Aufgabe, in ihren zugeteilten Gruppen zweiwöchentlich diverse Themen zu bearbeiten und sich über diese untereinander und mit den jeweiligen, zugeordneten Partnern sowohl in ihrer Muttersprache als auch in der Fremdsprache auszutauschen. Bewertet wurden die Einträge anhand der Quantität, Qualität, Lernförderung innerhalb der Gruppe (u.a. interkulturelles Lernen), Fehlerquote und Verständlichkeit. Mein Beitrag wird analysieren, wie in einem solchen Projekt komplexe Kompetenzaufgaben zur Verwendung kommen können und wird diskutieren, was Vor-­und Nachteile dieser Methode sind.

María José Ruiz Frutos

Aprendizaje autónomo y colaborativo en GNOSS Universidad 2.0

Esta comunicación trata sobre el empleo del servicio de redes sociales GNOSS Universidad 2.0 para fomentar en la educación superior el aprendizaje autónomo y colaborativo de Español como Lengua Extranjera en el nivel C1 del MCERL. Se comentarán los resultados obtenidos con una comunidad de práctica (cfr. De Haro Ollé 2010: 74-80), analizando no solo el papel del universitario como prosumidor, usuario comentador, conversador y productor (cfr. Piscitelli, Adaime y Binder 2010: 39, 65), moderador y animador; sino también la responsabilidad docente a la hora de fomentar la autogestión, minimizar el control y analizar las necesidades de los aprendientes. Se hará referencia a la utilidad de la herramienta wiki para, primero, crear diversos glosarios de forma conjunta, de modo que cada aportación aumente el aprendizaje común compartido. En segundo lugar, permite facilitar la revisión por pares para la mejora, valoración y reflexión sobre la expresión escrita y el proceso llevado a cabo. Especial importancia han tenido los debates propuestos por los estudiantes a modo de extensión virtual del seminario presencial. Finalmente, serán comentadas las percepciones de los participantes sobre su propio aprendizaje en relación al uso de este medio y se ofrecerán diversas implicaciones didácticas de las conclusiones obtenidas.

Bibliografía citada:

  • De Haro Ollé, J. J. (2010). Redes sociales para la educación. Madrid: Anaya.
  • Piscitelli, Alejandro; Adaime, Iván & Binder, Inés (compiladores) (2010). El Proyecto Facebook y la posuniversidad. Sistemas operativos sociales y entornos abiertos de aprendizaje. Barcelona: Ariel.

Elena Schäfer

Kompetenzorientiertes Lernen mit Online-Videos im Spanischunterricht

Im digitalen Zeitalter sind audiovisuelle Medien wesentlicher Bestandteil des modernen Fremdsprachenunterrichts. Abgesehen von Lernvideos des Schulbuchsektors bietet auch das Internet immer mehr Möglichkeiten, über Videos mit der Sprache und Kultur eines Landes in Verbindung zu treten. Online-Video-Portale laden Nutzer dazu ein, sich aktiv mit der Fremdsprache auseinanderzusetzen und sich mit anderen Lernern weltweit auszutauschen.  So heterogen die Lerner der Community sind, so unterschiedlich sind auch die online verfügbaren Lern- und Übungsangebote zu den Videos. Basierend auf der exemplarischen
Analyse eines Online-Video-Portals stellt sich die Frage nach vorherrschenden Aufgabentypen und deren didaktischer Strukturierung. Da auch im schulischen Spanischunterricht Online-Videos oftmals Einsatz finden, sollen in diesem Zusammenhang konkrete Realisierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, inwiefern bestimmte Fertigkeiten durch zusätzliche Aufgabentypen des Web 2.0 trainiert werden können.

Franz Steinberger / Angela Hahn

Synchrone, kollaborative Texterstellung mit Shared Documents-Technologien

Kollaborative, lernerzentrierte Methoden sind im zeitgemäßen Fremdsprachenunterricht kein Novum, da gesteigerte Lernerinteraktion nachweislich die kommunikative Kompetenz stärkt (u.a. Harrington/Levy 2001). Doch erst seit der Ankunft des kollaborativen, partizipativen Webs (Web 2.0) bieten die sogenannten „Neuen Medien“ auch wirklich Neues. Darunter fällt ganz klar die digitale Kollaboration und Texterstellung. Während die asynchrone Bearbeitung von Text und der Austausch verschiedener Versionen des gleichen Dokuments seit geraumer Zeit möglich sind, ist die synchrone Kollaboration und damit gleichzeitige Konstruktion von Text über Shared Documents-Technologien (Brückner in Wagner/Heckmann 2012) ein relativ neues Phänomen. Diese Form der internetvermittelten Zusammenarbeit wurde erst durch Google Docs/Google Drive, Etherpad etc. möglich und erst durch deren neuere Iterationen überhaupt praktisch einsetzbar.
Im Rahmen unserer Präsentation möchten wir die Verwendung von Shared Documents-Technologien anhand eines universitären Blended Learning-Kurs (medilingua.lmu.de – English for medical purposes, Sprachenzentrum der LMU) vorstellen. Der Kurs bereitet Medizinstudierende auf die Tätigkeit im Ausland vor; erklärtes Ziel ist hierbei die Ausbildung kommunikativer und interkultureller Kompetenzen bei der Arzt/Ärztin-Patient/Patientinnen-Interaktion. Bei der Web 2.0-Integration soll besonderes Augenmerk auf die synchrone Kollaboration bei der Erstellung eines medizinischen Textes gelegt werden und vor diesem Hintergrund didaktische und linguistische Implikationen aufgezeigt werden.

Jan Ullmann / Angela Hahn

Web 2.0: Personalisiertes und zielorientiertes Selbstlernen Englisch 

 Populäre Trends wie die Khan Academy, selbstständiges Lernen durch Videos auf Plattformen wie YouTube und allen voran der E-Learning Trend der MOOCs zeigen auf, was die neusten Tendenzen im E-Learning Bereich sind. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kompetenzen des autonomen Lernens, hochgradiger Personalisierung und Instruktion per Video (bzw. Flipped Classroom).
Erfolgreiche Beispiele stammen meist aus dem anglo-amerikanischen Raum und inhaltlich aus den Naturwissenschaften, jedoch werden diese neuen Techniken eher selten zum Fremdsprachenlernen genutzt. Anhand eines bestehenden universitären Englisch-Selbstlernprogramms namens „Verbindliches Selbstlernen Englisch“ am Sprachenzentrum der LMU München soll hierbei auf die verschiedenen Anwendungsszenarien im autonomen Englischlernen eingegangen werden.
Vor allem durch die Möglichkeit der Personalisierung im Gegensatz zu einem Präsenzkurs können hier nicht nur Kompetenzen des autonomen Lernens ausgebildet werden, sondern auch lebensnahe und vor allem zielorientierte Aufgabenstellungen individuell auf die Studierenden zugeschnitten werden. Bezüglich dieser Zielstellungen ist zu diskutieren, wie dazu neuste Web 2.0 Technologien unterstützend eingesetzt werden können.

Eva Wilden / Frauke Matz

Digital Storytelling: Eine komplexe Aufgabe zur Weiterentwicklung narrativer Kompetenzen

Dieser Beitrag stellt ein Projekt zur Förderung narrativer Kompetenzen mittels der komplexen Kompetenzaufgabe des Digital Storytelling vor, welches in Kooperation zweier Universitäten mit Studierenden des Englischlehramts sowie mit einer 7. Klasse im Englischunterricht erprobt wurde. Bei den sog. Digital Stories handelt es sich um ein klassisches Phänomen des Web 2.0: mit Hilfe selbstgemachter Requisiten und alltäglich verfügbarer Medien (Handy, Digitalkamera, etc.) erstellte und veröffentlichte Online-Videoclips, die eine kurze Geschichte erzählen. Es wird zunächst der dem Projekt zugrundeliegende Begriff der ‚narrativen Kompetenz‘ dargelegt und im Sinne seiner rezeptiv-analytischen und produktiv-kreativen Dimension (vgl. Surkamp & Nünning, 2008, S. 26f) eingeordnet. Anschließend wird die im vorliegenden Projekt erfolgte Umsetzung des Digital Storytelling (Ohler, 2013) skizziert und diskutiert, inwiefern es sich dabei um eine komplexe Kompetenzaufgabe im Sinne Hallets (2012) zur Förderung narrativer Kompetenzen handelt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere der Lebensweltbezug, die Modellierung realer Problemstellungen, die Topikalität sowie die prinzipielle Offenheit des Arbeitsprozesses zu nennen (ebd., S. 10ff). Abschließend werden Prozess- und Produktbeispiele aus dem hier vorgestellten Digital Storytelling-Projekt mit Lehramtsstudierenden sowie Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I vorgestellt und mit Bezug auf empirische Hintergrundbefunde sowie die zugrundeliegenden Konstrukte analysiert und kritisch diskutiert.

  • Hallet, W. (2012). Die komplexe Kompetenzaufgabe. Fremdsprachige Diskursfähigkeit als kulturelle
  • Teilhabe und Unterrichtspraxis. In W. Hallet & U. Krämer (Hrsg.), Kompetenzaufgaben im
  • Englischunterricht. Grundlagen und Unterrichtsbeispiele (S. 8-19). Stuttgart: Klett.
  • Ohler, J. (2013). Digital Storytelling in the Classroom. Second Edition. Thousand Oaks/CA: Corwin.
  • Surkamp, C. & Nünning, A. (2008). Englische Literatur unterrichten 1. Grundlagen und Methoden. Seelze-Velber: Klett, Kallmeyer.